Das Augsburger Wappen – eine kleine Geschichte

oder die etwas anderen Bier- /Wein -Untersetzer …

Das älteste Stadtsiegel ist von einer Urkunde bekannt im Jahre 1237; es zeigt ein halb geöffnetes Tor in dessen Mitte eine Weinrebe steht – mit der Spitze nach oben. Es gibt nun viele Spekulationen, ob es sich um eine Art Tannenzapfen, eine Weinrebe auf einem Fuß oder einen Lebensbaum handeln könnte.

Widmen wir uns der Weinrebe.

In der Region Augsburg wuchs Wein und man kannte die Rebe „Augster blau“ (die auch heute noch in der Steiermark zu finden ist). Vielleicht stammt ja der Name Augsburg gar nicht von einem großen, römischen Feldherren, sondern einer kleinen Rebsorte ?

Wohl eher nicht. Aber vielleicht haben die Erfinder des Wappens sich einen Spaß erlaubt und einen Trinkspruch visualisiert „trink einen Augster in Augsburg“ und weil das im Mittelalter der echte Bringer war, wurde gleich das Siegel dazu entworfen. Vielleicht hatte der Entwerfer einen Weinberg und versuchte seinen Umsatz auf diese Art zu steigern und das Siegel sollte die Flaschen zieren … ? Dann ist der Tourismusbeauftragte auf dieses Pferd aufgesprungen und versprach sich eine stärkere Frequentation der Innenstadt durch entfernt liegende Dörfer in dem der Augster in Augsburg zum „must have“ deklariert wurde.

Und die ganze Idee mit dem Pinienzapfen ist eine völlige Fehldeutung dieser doch eindeutig dargestellten Rebe ? Und die Rebe wurde zum Tannenzapfen uminterpretiert, als im Mittelalter Ausgrabungen römische Pinienzapfen zum Vorschein brachten, die bis dato in Augsburg eher unbekannt waren. Also eine exotische Rundumerneuerung des in die Jahre gekommenen Stadtwappens.

Wie immer die Geschichte auch richtig ist, uns hat das alte Wappen neu inspiriert – existierte es doch zur Bauzeit des Hauses „Sigillum antiquum temporibus aedificii“ (altes Siegel zu den Zeiten des Gebäudes).

Der Rest bleibt Spekulation – vielleicht regen unsere neuen Bier- oder Wein-Untersetzer zu interessanten Diskussionen und neuen Ideen an …

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